
Jeden Winter tauchen sie wieder auf: Erkältungen, Grippewellen und Viren, die sich scheinbar in rasantem Tempo verbreiten. Und doch passiert etwas Seltsames. Wenn Krankheiten tatsächlich nur durch schwebende Viren verursacht werden – wie die berühmte Theorie von Louis Pasteur nahelegt – warum wird dann nicht jeder krank? Warum bleiben manche Menschen vollkommen gesund, während andere tagelang im Bett liegen? Interessanterweise gab es zu Pasteurs Zeiten einen anderen Wissenschaftler, Antoine Béchamp, der diesbezüglich eine ganz andere Meinung hatte. Seine Ideen sind weitgehend in Vergessenheit geraten, aber vielleicht ist es an der Zeit, sie neu zu untersuchen …
Louis Pasteur und seine Keimtheorie
Louis Pasteur (1822–1895) war ein französischer Chemiker und Biologe mit einer unstillbaren Neugier auf die Natur. Ursprünglich beschäftigte er sich mit Kristallographie, doch bald verlagerte sich sein Schwerpunkt auf die Mikrobiologie.
Kristallographie ist die Wissenschaft, die sich mit der Struktur und den Eigenschaften von Kristallen befasst. Sie untersucht, wie sich Atome und Moleküle in einem Kristall anordnen und wie diese Strukturen das Verhalten von Materialien beeinflussen.
Zu einer Zeit, als viele Wissenschaftler noch glaubten, dass Krankheiten spontan entstehen, bewies Pasteur, dass Mikroorganismen – Bakterien und Viren – die wahre Ursache von Infektionen sind. Diese Idee, die als Keimtheorie bekannt wurde, bildete die Grundlage für zahlreiche medizinische Durchbrüche.
Keimtheorie
Pasteur entdeckte, dass bestimmte Bakterien Nahrungsmittel und Getränke verderben konnten, was ihn dazu inspirierte, die Pasteurisierung zu entwickeln: ein Verfahren, bei dem schädliche Mikroben durch Hitze abgetötet werden. Seine Forschungen führten auch zu Impfstoffen gegen Tollwut und Milzbrand und seine Arbeit legte den Grundstein für die moderne Hygiene und antiseptischen Methoden in Krankenhäusern.
Der Kern seiner Keimtheorie ist einfach: Krankheiten werden durch Mikroben verursacht, die von außen in den Körper eindringen. Dieser Auffassung zufolge können Infektionen durch die aktive Bekämpfung dieser Erreger – durch sauberes Wasser, Desinfektion, Antibiotika und Impfstoffe – verhindert werden. Diese Idee setzte sich rasch in der Medizin durch und bildet noch heute die Grundlage unserer Sichtweise auf Krankheiten und deren Vorbeugung.
Antoine Béchamp und die Terraintheorie
Antoine Béchamp (1816–1908) war ein französischer Arzt, Biochemiker und Professor, der oft im Schatten seines Zeitgenossen Louis Pasteur stand. Béchamp begann seine Karriere als Arzt, doch sein Interesse verlagerte sich bald auf Chemie und Mikrobiologie. Bekannt wurde er durch seine Forschungen zur Gärung, bei denen er entdeckte, dass Gärung entgegen der vorherrschenden Meinung nicht immer durch bestimmte äußere Mikroben verursacht wird, sondern durch interne chemische Prozesse in lebenden Zellen. Seine Arbeit auf diesem Gebiet führte ihn zur Entwicklung der Terraintheorie, die ihn in Widerspruch zur etablierten Wissenschaft seiner Zeit brachte.
Terraintheorie
Béchamps Terraintheorie besagte, dass Krankheiten nicht durch externe Mikroben verursacht werden, sondern dass Mikroorganismen lediglich opportunistische Einflüsse sind, die sich manifestieren, wenn das innere Milieu des Körpers (das „Terrain“) geschwächt oder aus dem Gleichgewicht geraten ist. Er glaubte, dass Mikroben immer in unserem Körper vorhanden seien, dass sie jedoch keine Krankheiten verursachten, solange das Milieu des Körpers gesund sei. Krankheiten entstanden nur dann, wenn dieses Terrain durch Faktoren wie schlechte Ernährung, Stress, Umweltverschmutzung oder Gifte gestört wurde.
Im Gegensatz zu Pasteur betrachtete Béchamp den Körper nicht als anfälliges Opfer äußerer Angriffe, sondern als ein System, das sich im Gleichgewicht selbst heilen kann. Dabei stand nicht die Bekämpfung von Mikroben von außen im Vordergrund, sondern die Wiederherstellung des Gleichgewichts im Körper. Er glaubte, dass die natürliche Widerstandskraft des Körpers die beste Verteidigung gegen Krankheiten sei.
Warum ist Béchamp vergessen?
Obwohl Antoine Béchamp wichtige Entdeckungen machte, die den Grundstein für eine alternative Sichtweise von Gesundheit und Krankheit legen könnten, erhielt er nicht die Anerkennung, die er verdiente. Es gibt mehrere Gründe, warum Béchamp in den Schatten von Louis Pasteur geriet:
Die Macht von Pasteurs Theorie und Kommunikation
Louis Pasteur war nicht nur ein brillanter Wissenschaftler, sondern auch ein Meister darin, seine Ideen zu präsentieren und zu kommunizieren. Es gelang ihm, seine Entdeckungen sowohl in der wissenschaftlichen Gemeinschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit wirksam bekannt zu machen. Pasteur legte großen Wert auf die Bekämpfung von Krankheiten durch die Abtötung von Mikroben, was zu dieser Zeit besonders attraktiv war, da es konkrete, praktische Lösungen bot: Impfstoffe, Hygiene und Pasteurisierung waren leicht verständlich und sofort anwendbar.
Béchamps Theorie hingegen war viel komplexer und subtiler. Anstatt sich auf den „Feind“ (den Krankheitserreger) zu konzentrieren, argumentierte er, dass die Ursache der Krankheit ein gestörtes inneres Milieu sei. Dieser Ansatz war schwieriger zu beweisen und für die medizinische Wissenschaft weniger attraktiv, da sie konkrete, sichtbare Lösungen bevorzugte.
Das medizinische Establishment und der Aufstieg der Pharmaindustrie
Pasteurs Theorien fügten sich nahtlos in den Aufstieg der Pharmaindustrie ein. Die Keimtheorie stellte eine direkte Verbindung zur Entwicklung von Medikamenten, Impfstoffen und anderen Behandlungsmethoden her, die die medizinische Industrie kommerziell attraktiv machten. Die Medizin konzentrierte sich zunehmend auf die Bekämpfung von Krankheitserregern von außen, was in das Paradigma der Keimtheorie und Pasteurs einflussreiche Rolle als Pionier passte.
Allerdings waren Béchamps Ideen im Hinblick auf die Entwicklung direkter Medikamente oder Therapien weniger praxistauglich. Sein Schwerpunkt auf der Wiederherstellung des inneren Milieus lag außerhalb des kommerziellen Fokus der damaligen Medizinwissenschaft. Dies führte wahrscheinlich dazu, dass seine Arbeit schneller ignoriert wurde, während Pasteurs Theorien sich dank der Unterstützung des Establishments rasch verbreiteten.
Von der Zeit vergessen
Obwohl Béchamps Arbeit zu seiner Zeit von einigen Wissenschaftlern anerkannt wurde, wurde sie später durch die Popularität Pasteurs und der etablierten medizinischen Theorien, die Pasteurs Ansicht stützten, in den Schatten gestellt. Der Aufstieg der Pharmaindustrie und der Erfolg von Pasteurs Ideen über Impfungen und Mikroben als Krankheitserreger führten dazu, dass Béchamps Alternativtheorie langsam in Vergessenheit geriet. Auch heute noch wird er in medizingeschichtlichen Büchern oft übersehen, obwohl seine Ideen unser Verständnis von Krankheiten hätten beeinflussen können.
Praxistipps: Was können Sie selbst tun?
Bei den Prinzipien von Béchamp steht die Stärkung des inneren Milieus im Vordergrund, also die Schaffung eines gesunden Körpers, in dem Krankheitserreger weniger Chancen haben. Dies erreichen Sie, indem Sie gut auf Ihren Körper achten, und zwar nicht nur durch äußere Maßnahmen, sondern insbesondere durch gesunde Gewohnheiten, die Sie von innen heraus stärken. Hier einige praktische Tipps, um Ihr körperliches Wohlbefinden zu fördern und Ihre Widerstandskraft zu unterstützen:
Lebensmittel, die Ihre Gesundheit unterstützen: Achten Sie darauf, dass Ihre Ernährung reich an natürlichen, nahrhaften Produkten ist. Wählen Sie unverarbeitetes Gemüse, Obst, Vollkorn, Nüsse und Samen, die den Körper mit wichtigen Nährstoffen versorgen. Vermeiden Sie verarbeitete Lebensmittel und Zucker, da diese das innere Milieu stören können.
Stärken Sie Ihr Immunsystem von innen: Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C, Vitamin D und Zink spielen eine wichtige Rolle bei der Stärkung Ihres Immunsystems. Diese Stoffe helfen Ihrem Körper dabei, äußere Einflüsse, wie zum Beispiel Viren, besser abzuwehren.
Regelmäßige Bewegung: Bewegung ist eine hervorragende Möglichkeit, Ihre Vitalität zu steigern und Ihr Immunsystem zu unterstützen. Es regt die Durchblutung an, steigert Ihre Energie und unterstützt Ihren Körper bei der Entgiftung. Schon ein täglicher halbstündiger Spaziergang kann sich positiv auf Ihre Gesundheit auswirken.
Ruhe und Erholung: Schlaf ist für die Regeneration des Körpers und die Stärkung des Immunsystems unerlässlich. Sorgen Sie für ausreichend Schlaf, um Ihrem Körper die Möglichkeit zu geben, sich optimal zu erholen und im Gleichgewicht zu bleiben.
Vermeiden Sie chronischen Stress: Chronischer Stress kann den Körper schwächen und das Immunsystem schwächen. Suchen Sie nach Möglichkeiten zur Stressreduzierung, beispielsweise durch Atemübungen, Meditation oder Mindfulness, um Ihr inneres Gleichgewicht wiederherzustellen und zu bewahren.
Selbstfürsorge und Hygiene: Wichtig bleibt allerdings, die äußerlichen Hygienemaßnahmen ernst zu nehmen und den Körperkontakt mit erkrankten Personen zu vermeiden.
Indem Sie Ihre Gesundheit auf diese ganzheitliche Weise angehen, stärken Sie Ihr Immunsystem von innen heraus. Ein gesunder und ausgeglichener Körper erkrankt weniger leicht – auch bei Kontakt mit Viren und anderen Krankheitserregern. Es ist die Kraft, sein Terrain zu stärken, wie Béchamp es nennen würde, die den Unterschied macht.
Abschluss
Wohlbefinden ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit; Es geht um Gleichgewicht, Harmonie und die Stärkung Ihres Körpers von innen. Wir bei Meditech Europe glauben an einen ganzheitlichen Ansatz und bieten innovative Lösungen und natürliche Produkte, die Ihnen helfen, Ihr Wohlbefinden zu unterstützen. Sie haben Fragen oder wünschen eine individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte, kompetente Beratung? Unser Team steht Ihnen für eine persönliche Beratung gerne zur Verfügung. Für weitere Informationen können Sie uns jederzeit kontaktieren.